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„Ins Abseits gespielt?“ – Aktionsboxen der LZG

Informationskampagne der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz

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Der landesweite Aktionstag Glücksspielsucht, der alljährlich über die Gefahren der Glücksspielsucht aufklärt, befasste sich dieses Mal mit dem Thema Sportwetten. Welche Risiken diese Wettangebote, aber auch alle anderen Glücksspiele in sich tragen, wie man einer Abhängigkeit vorbeugen kann und welche Wege herausführen – diese Aspekte waren am 23. September Gegenstand von Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote. 


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Unter dem Motto „Ins Abseits gespielt?“ startete am Aktionstag eine Informationskampagne für Fußballvereine. Sie soll junge Fußballer für die Suchtgefahr von Sportwetten sensibilisieren und insbesondere die Gefahren von Live-Wetten verdeutlichen. Die Fachstelle „Prävention der Glücksspielsucht RLP“ der LZG hat sich für die Kampagne mit dem SWFV zusammengeschlossen, denn Wettbüros schießen wie Pilze aus dem Boden und Online-Angebote werden zunehmend präsenter. Live-Wetten, die über das Internet durchgeführt werden können, bergen ein besonderes Suchtrisiko. Live-Wetten können während eines laufenden Sportevents abgeschlossen werden: Zu jeder Zeit kann auf alles getippt werden, was im Spiel passieren kann: auf das nächste Tor, die nächste Ecke oder die nächste Rote Karte.

Zwar geben lediglich drei Prozent der Bevölkerung an, sich an Sportwetten zu beteiligen, aber in Zusammenhang mit der Mitgliedschaft in einem Fußballverein steigt diese Zahl auf über 50 Prozent an. Junge Menschen finden sehr leicht den Einstieg in die Wetten. Zunächst geht es um das Ausprobieren, das Imponieren gegenüber Freunden steht im Vordergrund. Erste Gewinne schaffen Erfolgserlebnisse und führen zur Selbstüberschätzung, die Gewinnchancen beeinflussen zu können. Dann folgen Verluste, die durch weitere Spielaktionen ausgeglichen werden müssen – der Teufelskreis ist geschlossen.

 

„Live-Sportwetten bergen eine besondere Suchtgefahr, da der Zugang über Handy und Internet einfach ist und soziale Kontrolle kaum stattfindet. Die Hoffnung auf hohe Gewinne in Kombination mit der Notwendigkeit, schnelle und unüberlegte Entscheidungen zu treffen, führt zu riskanten Einsätzen. Besonders junge Menschen sind gefährdet, ein problematisches Wettverhalten zu entwickeln“, erläutert Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG. Junge Sportwettbegeisterte überschätzen meist ihre Fähigkeit,  Ergebnisse vorherzusehen und verharmlosen ihr Wettverhalten. „Mit dem Aktionstag und der Kampagne wollen wir sie auf die Gefahren der Sportwetten aufmerksam machen. Sportwetten können den Einstieg in weitere Glücksspiele erleichtern, deshalb ist frühzeitige Prävention nötig. Ich freue mich, dass wir mit den beiden Fußballverbänden wichtige Partner gefunden haben, die uns in der Aufklärung unterstützen“, so Dr. Krell.

 

Zusammenarbeit mit beiden rheinland-pfälzischen Fußballverbänden

 

Besonders bei Mitgliedern eines Sportvereins ist die Bereitschaft, sich an Wetten zu beteiligen, groß. Die Geschäftsführer der beiden Fußballverbände – Michael Monath (SWFV) Armin Bertsch (FVR) – wollen den Einfluss, den die Vereine auf ihre jungen  Spieler und Anhänger haben, nutzen. Beide sind sich einig: Fußball ist mehr als das Treten gegen den Ball.

 

„Der Fußballsport steht für Fairness, Freude und Verantwortung gegenüber Mitspielern, Gegnern und sich selbst. Die gemeinsame Leistung im Team fördert die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Gerade weil Fußball so viele positive Attribute hat, dürfen wir nicht zulassen, dass junge Menschen durch Sportwetten und insbesondere durch Live-Wetten in eine psychische und soziale Notlage geraten“, erklärt SWFV-Geschäftsführer Michael Monath  das Engagement seines Verbands.

 

Auch Armin Bertsch ist überzeugt: „Wenn aus der Begeisterung für den Sport Gefahren erwachsen, dann müssen wir dem entgegentreten. Leistungsvergleich gehört zum Sport, Wetten ist ein Nebeneffekt davon. Wir wollen den jungen Fußballanhängern jedoch vermitteln, dass es ist wichtig ist, sich Grenzen zu setzen, die Risiken zu kennen und mit Verantwortung zu wetten“, so der Geschäftsführer des FVR. 

 

Mit der personalkommunikativen Kampagne „Ins Abseits gespielt?“ haben die Fußballverbände die Möglichkeit, den Präventionsgedanken in die Vereine und deren Jugendabteilungen zu tragen. Die Vereine erhalten zu diesem Zweck von der Fachstelle „Prävention der Glücksspielsucht RLP“ der LZG Aktionsboxen.

 

Der Inhalt der Aktionsboxen: 10 Trinkflaschen, 10 Handyreinigungspads, Informationen zu den Risiken der Sportwetten und den Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht.

 

Diese Boxen können (kostenfrei) direkt bei Atilla Zengin von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) azengin@lzg-rlp.de – 06131-206944 bestellt werden. 


Edenkoben, 13.05.2016

Text und Bild: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz