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Schiedrichterin... das wär doch was für Dich!

Mit den Fußball-Minis fing es an. Celine Körper wurde zuerst für die Leitung von Spielen auf Kleinfeld eingeteilt. Schon bald durfte sie Frauenspiele pfeifen, und mit Beginn der Saison 2015/16 hatte die damals 16-jährige Schiedsrichterin ihren ersten Einsatz in der C-Klasse.


Im Flonheimer Adelbergstadion reiben sich die Zuschauer erst mal verdutzt die Augen. "Die ist höchstens 15." Das blonde Mädel im schmucken Schiri-Dress führt gerade die beiden C-Klassen-Teams von Flonheim II und Dautenheim II auf den Rasen. Einige der alten Experten, die draußen ihr Bierchen schlürfen, haben so ihre Bedenken: "Wenn es richtig rund geht - und im Fußball gibt's ja einige Spezialisten - kann das Mädchen schnell in die Bredouille kommen." Soweit ist es nicht gekommen. Celine machte ihre Sache von Beginn an richtig gut, läuferisch war sie voll auf der Höhe, und auch an ihren Entscheidungen gab es nichts zu deuteln. Kurz darauf erhielt die Hahnheimerin einen Auftrag, den man als Bestätigung ihrer guten Leistungen werten konnte. Erstmals wurde sie in ein "Gespann" berufen. Das Trio hatte die Aufgabe, das Bezirksliga-Derby TSV Gundheim gegen den SV Horchheim zu leiten. Auch mit der Fahne an der Linie machte Celine eine gute Figur.


Schiedsrichterin Celine Körper

Im Rahmen der DFB-Aktion "Danke, Schiri" zeichnete Verbandsschiedsrichter-Obmann Erhard Blaesy (rechts) beim Kreisschiedsrichtertag Mainz-Bingen Celine Körper für ihre "vorbildlichen ehrenamtlichen Leistungen im Schiedsrichterwesen" aus. Links Kreisschiedsrichter-Obmann Gerhard Ott.


Der große Fußball fasziniert alle. Auch Celine. Aber wie hat eigentlich alles angefangen? Opa Hans-Jürgen Körper fiel es nicht schwer, seine Enkelin zum Besuch eines Heimspiels der "Nullfünfer" zu überreden. "Ich war natürlich auch echt neugierig", lacht das Mädel, "wollte mal wissen, was man am Fußball so toll findet." Von da an war Celine richtiggehend  infiziert. Sie fährt heute noch bei jeder Gelegenheit mit ins Mainzer Stadion. Und sie wollte selbst aktiv werden. Opas Rat "Schiedsrichterin... das wär doch was für Dich" befolgte der Teenager spontan. Alles ging ganz schnell. Nach einem Lehrgang im Herbst 2014 legte Celine, die in Nieder-Olm das Gymnasium besucht, die Schiri-Prüfung in Edenkoben mit Erfolg ab. Seit dieser Zeit ist sie von ihrem Amt hellauf begeistert. Als Fahrer haben Opa und Mutter Nicole feste Einsatzzeiten. "Celine ist ein stiller Typ", so Nicole, in ihrer neuen Aufgabe könne sie sicherlich wachsen. Allerdings weiß die Mama, dass einem Schiri der Wind auch mal gehörig ins Gesicht blasen kann. Doch da müsse ihre Tochter durch, sie müsse auch lernen, Rückschläge zu verarbeiten. Celine nennt die Bundesliga-Schiedsrichterin

Bibi Steinhaus ihr Vorbild... und sie möchte es selbst auch weit bringen.


Die erfolgreichen Anfänge haben Celine beflügelt. "Sie hat ihre Sache wirklich gut gemacht." Lothar Renz, Kreis-Chef von Alzey-Worms, war damals in Gundheim von dem Auftritt des Mädels an der Linie echt angetan. Dem Lob schloss sich auch der Schiri André Moritz an. Mittlerweile ist Celine17 geworden - und viele Einsätze sind dazu gekommen. Sie leitete Frauenspiele sowie eine  A-Jugend-Partie. Einige Male war die Hahnheimerin auch mit der Fahne in der Bezirksliga unterwegs. Eine brenzlige Lage hat Celine ebenfalls mal erlebt: "Einmal wurden wir von den Gästen umzingelt, bedroht und beleidigt." Auch das hat sie weggesteckt. In der Winterpause stand Joggen und Regelfragen lernen auf ihrem Plan. Nach der Pause ging's mit dem Einsatz bei einem C-Klassen-Spiel in Uelversheim weiter. Mittlerweile war sie auch auf dem Weiterbildungslehrgang Ende März in Edenkoben.


Erschienen im SÜDWEST-FUSSBALL Ausgabe 1/16
Text: Heinz Hinkel
Bild: privat