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"Fußball ist mehr als ein 1:0"

SWFV stellt sich gesellschaftlicher Verantwortung


Die Gesellschaftliche Verantwortung hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung im SWFV gewonnen; die Arbeit in diesem ist jedoch nicht immer leicht, da insbesondere der Spielbetrieb immer noch an erster Stelle steht. Aber viele Vereine und Funktionäre haben erkannt, dass man gerade auch im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung das Image der Vereine wesentlich verbessern kann und verdienstvolle ehrenamtliche Mitarbeit würdigen kann. Der Verband ist insbesondere in den folgenden Bereichen tätig:


Aktion Ehrenamt

Die Aktion Ehrenamt gibt es seit 1997 und wurde von dem damaligen Präsidenten Egidius Braun ins Leben gerufen. Jährlich wird in den Fußballkreisen, auf Vorschlag der Vereine, je ein Ehrenamtspreisträger ausgezeichnet. Dies bedeutet, dass im Zeitraum 2012-2015 insgesamt 40 Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet wurden. Alle werden mit ihren Partnern zu einem Dankeschön-Wochenende eingeladen, welches im Wechsel im Bereich des Saarländischen FV, FV Rheinland, FV Niederrhein und dem SWFV durchgeführt wird. Darüber hinaus erhalten alle Preisträger eine Urkunde und einen Damen-/bzw. Herrenchronographen. Weiterhin kann der SWFV aus den zehn Preisträgern vier in den Club 100 berufen. Sie erfahren eine besondere Ehrung im Rahmen eines Länderspieles der Nationalmannschaft. Gleichzeitig erhalten die Club 100-Mitglieder vom DFB ein Vereinsgeschenk. Im Jahr 2015 waren das zwei Minitore und ein Ballpaket mit fünf Spielbällen. Alle Preisträger, die nicht in den Club 100 gewählt wurden, erhalten als Vereinsgeschenk einen Qualifizierungsgutschein des SWFV. Die Anzahl der Meldungen der Vereine für diese Auszeichnung hat sich zwar von Jahr zu Jahr verbessert, ist aber bei weitem noch nicht ausreichend. Hier sind alle Vereine aufgefordert, verdiente Vereinsfunktionäre, die in den letzten drei Jahren etwas Besonderes für ihren Verein geleistet haben, zu melden.

2015 wurde die neue Auszeichnung „Ehrenamtspreis Fußballhelden“ vom DFB ins Leben gerufen. Hier werden Trainer und Jugendleiter unter 30 Jahren für besondere Verdienste in den letzten drei Jahren ausgezeichnet. Sie werden vom DFB zu einer einwöchigen Bildungsreise nach Barcelona eingeladen. Auch bei diesem neu geschaffenen Ehrenamtspreis gingen die Meldungen sehr spärlich ein. Hier bedarf es einer intensiven Werbung insbesondere im Jugendbereich.


Gewaltprävention /Aktion Fair ist mehr

Der DFB hat mit seinen Landesverbänden 2015 ein neues Gewaltpräventionskonzept ins Leben gerufen. Hier sind zur flächendeckenden Umsetzung zielgerichtete und wirksame Präventions- und Interventionsmaßnahmen in den nächsten drei Jahren umzusetzen. In 2015/2016 steht die Verankerung der Maßnahmen in der Satzung und den Ordnungen im Fokus. Für die Fußball-Praxis hat jeder Verein ein Paket mit Ordnerleibchen und entsprechendem Informationsmaterial für die Schulung der vereinseigenen Ordner erhalten. Leider werden diese Leibchen nur von ganz wenigen Vereinen genutzt.

Zudem wurde die Auszeichnung der Monatssieger bei der Aktion „Fair ist mehr“ aufgewertet. Bei dieser Aktion soll besonders faires Verhalten im Zusammenhang mit einem Fußballspiel gemeldet werden. Rund 40 Meldungen erreichen den SWFV jedes Spieljahr.  Alle Preisträger erhalten durch den DFB eine Urkunde oder wahlweise einen Gutschein über 50 € für den DFB-Fanshop oder zwei Eintrittskarten für das Fußballmuseum in Dortmund. Darüber hinaus gibt es noch ein Geschenk des SWFV. Alle Meldungen werden beim Verband registriert und am Ende der Saison findet eine Abschlussveranstaltung statt, zu der ausgewählte Melder und Gemeldete zu einem Bundesligaspiel in den VIP-Bereich eingeladen werden. Dazu gibt es noch ein Aktions-T-Shirt. Aus allen eingegangenen Meldungen werden durch die Kommission Gesellschaftliche Verantwortung der Jahressieger im Bereich des SWFV ausgewählt. Dieser wird an den DFB gemeldet und zu einer Ehrungsveranstaltung mit Partner eingeladen. Der DFB wählt aus allen 21 Landesverbandsiegern den DFB Sieger aus. In der Saison 2014/2015 war der Landesverbandssieger Thomas Wünstel vom TuS Frankweiler.

Hier gilt es ein herzliches Dankeschön an den 1. FSV Mainz 05 für die großartige Unterstützung bei der Durchführung der Ehrungsveranstaltung zu sagen.

Die Fair-Play-Liga wird im SWFV mittlerweile in allem Kreisen flächendeckend bei den E- und F-Junioren gespielt. Seit der Saison 2014/2015 wurde auch der Handshake zu Beginn aller Fußballspiele eingeführt.


Club100

Club 100: Heiko Esser (Mitte) wurde für seine Verdienste um den TSV Langenlonsheim/Laubenheim in den Club 100 gewählt. Zu seiner Preisverleihung war auch Michael Rummenigge (rechts daneben) anwesend, Kooperationspartner des TSV beim Bau eines Kleinspielfeldes.


Aktion Fair Play der Sparkassen

Jedes Jahr unterstützen die Sparkassen und Kreissparkassen und die Bad Kreuznacher Volksbank die besten Vereine in der Fair Play-Wertung mit Geldpreisen. Hierfür ein herzliches Dankeschön seitens des SWFV.


DFB Stiftung Sepp Herberger

Die Stiftung ist insbesondere im Bereich Resozialisierung, Behindertenfußball, Schule/Verein, „Fußball digital“ und Sozialfond für in Not geratenen Fußballer tätig. Hierzu wurde die Neuausrichtung der Sepp-Herberg-Urkunde beschlossen. In den Bereichen Resozialisierung und Behindertenfußball werden drei Geldpreise von 5000 €, 3000 € und 2000 € ausgelobt. Im Bereich Sozialfond gibt es einen Geldpreis über 5000 €. Seit 2016 wurde eine fünfte Kategorie „Fußball digital“ mit Unterstützung der SAP eingeführt. Auch hier gibt es drei Geldpreise (5000 €, 3000 € und 2000 €).

Im Bereich der Resozialisierung gibt es das Projekt „Anstoß für ein neues Leben“, das Strafgefangene vor der Entlassung auf das Leben danach vorbereiten soll. Der SWFV führt hierzu in der JVA Zweibrücken und der JSA Schifferstadt Schiedsrichterkurse und Besuche mit dem DFB-Mobil durch. Weiterhin unterstützt der Verband das wöchentliche Training der zu einer Fußballmannschaft zusammengefassten Teilnehmer.

Im Bereich Behindertenfußball wurde in jedem Landesverband des DFB ein Koordinator für den Behindertenfußball mit finanzieller Unterstützung der Stiftung geschaffen. Der SWFV beabsichtigt in diesem Jahr eine Kommission für den Behindertenfußball zu gründen, um dieses Thema innerhalb des Verbandsgebietes besser zu platzieren. Unterstützt werden die jährlich durchgeführten Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Behindertenwerkstätten, die im Nachwuchszentrum des 1. FC Kaiserslautern auf dem Fröhnerhof durchgeführt werden. Für den Bereich „Schule/Verein“ gibt es bereits über 100 Kooperationen. Im Bereich „Sozialfond“ konnten in den letzten Jahren mehrere in Not geratene Fußballer, wie Josef Lippl aus Zeiskam, Patrick Wirth aus Kaiserslautern, Kai Sicker aus Böhl-Iggelheim, N’Duka Anyanwu aus Geinsheim und Gustl Schneider vom FC Insheim durch die Stiftung unterstützt werden.

Dankeschön

Dankeschön-Wochenende: Im Mai hatte der SWFV 50 verdiente und engagierte Ehrenämtler aus dem Rheinland, Saarland, Südwesten und vom Niederrhein zu Gast, die SWFV-Vizepräsident Jürgen Veth (links vorne) willkommen hieß.

DFB Stiftung Egidius Braun

Neben der Mexiko-Hilfe und Hilfe für Kinder in Osteuropa werden durch die Stiftung auch Kinderfreizeiten und Förderanträge unterstützt. Unter der Leitung von Horst Kondratiuk konnten bisher viele Vereine mit großer Freude an den Kinderfreizeiten der Stiftung teilnehmen. Ein ganz neues Projekt ist „1:0 für ein Willkommen“, eine Initiative die neben der Stiftung auch von der deutschen Nationalmannschaft und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration finanziell unterstützt wird. Die Vereine melden ihre Aktivitäten in der Flüchtlingsarbeit an die Stiftung und erhalten eine einmalige Zuwendung von 500 €. Im Südwesten haben dies bisher über 100 Vereine wahrgenommen. Auch der 1.500 Scheck wurde an einen Verein im Südwesten, dem TuS 1899 Jugenheim im Kreis Mainz-Bingen, übergeben.


Fritz Walter Stiftung

Jährlich wird in Rheinland-Pfalz der Fritz-Walter-Preis ausgeschrieben. Preisträger im Jahr 2015 war die SG Limburgerhof, zuvor wurden bereits SV Olympia Ramstein (2014), der TSV Hargesheim (2013) und der VfL Fontana Finthen (2011) ausgezeichnet.

Im Bereich der Integration ist es gelungen, ein Netzwerk innerhalb des Verbandes aufzubauen. Wobei sich die Hauptaktivitäten auf den Integrationspreis beschränken. In den letzten Jahren ist bei den Bewerbungen für den Integrationspreis ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Nachdem 2011 der VfL Fontana Finthen in der Kategorie Verein und 2013 der 1. FSV Mainz 05 in der Kategorie Sonderpreis ausgezeichnet wurden, war in 2015 das Jugendzentrum ONE in Pirmasens in der Kategorie „Freie und soziale Träger“ erfolgreich. Zudem schaffen es regelmäßig viele SWFV-Projekte in die Endauswahl, ein deutliches Indiz für gelungene integrative Projekte im Südwesten.


Anpfiff 2010

Das Projekt „Anpfiff 2010“ befasst sich unter dem Motto „Vom Regelbrecher zum Regelhüter“ mit der Schiedsrichterausbildung in den JVA‘s. Die erste Ausbildung fand 2010 in der JVA Zweibrücken statt. Mittlerweile sind einige Ausbildungen in der JVA Zweibrücken und der JSA Schifferstadt abgeschlossen worden. Ziel ist es auch die ausgebildeten Schiedsrichter zum Pfeifen zu begleiten und ihnen über den Verein ein neues soziales Umfeld zu geben. Neben dem Erfolg, dass die Gefangenen Fußballspiele leiten und zum Teil schon eine Anbindung an einen Verein gefunden haben, war die Auszeichnung mit dem 3. Platz beim Integrationspreis 2010 ein großer Erfolg. In diesem Zusammenhang wurde ein Leitfaden erstellt, der das Projekt für alle Landesverbände und Landesregierungen zugänglich macht. In 2015 und 2016 haben wir mit großem Erfolg zwei Schiedsrichterausbildungen in der JVA Frankenthal durchgeführt. In der JVA Rohrbach ist eine Ausbildung für August 2016 geplant.


Ballance / Kanälsches

ballance Rheinland-Pfalz gibt es seit dem Jahre 2015 nicht mehr. Die Fritz-Walter-Stiftung hat das Projekt übernommen und ihm einen neuen Namen gegeben. Im Juni 2016 wird die Auftaktveranstaltung in Kaiserslautern mit einem Festakt stattfinden und dann auch offiziell Kanälsches heißen, in Anlehnung an den früher praktizierten Straßenfußball auf Kanaldeckel.


Text: Jürgen Veth

Erschienen im Südwest-Fussball 02/2016