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„Das Pfeifen ist mein Lebenselixier“

Die Augen von Sabine Forster und Edmund Heiliger leuchten noch heute, wenn sie von dem großartigen Wochenende erzählen, das sie in Hannover verbracht haben. Gemeinsam mit ihrem Schiedsrichterkollegen Andreas Schöniger und den Regionalverbands-Vertretern Moiken Wolk und Werner Föckler vertraten sie den SWFV beim bundesweiten Finale der Aktion „Danke Schiri“.


Wolfgang Stark hat schon so einiges erlebt in seiner Karriere. Schiedsrichter bei Welt- und Europameisterschaften war er beispielsweise. Zum Abschluss seiner Karriere durfte er aber ein ganz besonderes Trikot überstreifen. Beim Bundesligaspiel von Hannover 96 gegen 1899 Hoffenheim trug der Niederbayer ein Jersey mit den Namen von 63 Schiedsrichtern aus dem Amateurbereich – jeweils drei aus den 21 Landesverbänden des DFB. Diese waren auch allesamt zur Abschlussveranstaltung der Aktion „Danke Schiri“ nach Hannover eingeladen worden und unterstützen ihren prominenten Kollegen von der Tribüne aus. „Es war mir eine Ehre, die Namen und das Trikot tragen zu dürfen“, erklärte Stark später. Umgekehrt war es natürlich auch für die Unparteiischen aus den Landesverbänden etwas Besonderes, ihren Namen derart verankert zu sehen. „Das Trikot wurde nur viermal hergestellt, ausschließlich für das Gespann in dem Spiel“, berichtet Sabine Forster, eine der Preisträgerinnen des SWFV. „Das gesamte Wochenende hat mir viel bedeutet. Es zeigt eine Wertschätzung für die Leistung der Schiedsrichter“, sagt Edmund Heiliger. Dritter im Bunde des SWFV war Andreas Schöniger. Sie alle wurden zunächst von ihren Kreisen im Rahmen der Aktion „Danke Schiri“ vorgeschlagen. Anschließend erfolgte auf Verbandsebene eine Auswahl in den Kategorien U50, Ü50 und Frauen. Dort hatte das Trio die Nase vorn und wurde in der Sportschule in Edenkoben ausgezeichnet, verbunden mit dem Ticket zur Abschlussveranstaltung in Hannover.



Danke Schiri

Die „Südwest-Vertreter“ bei der Abschlussveranstaltung (v.l.): Andreas Schöniger, Sabine Forster, Werner Föckler, Moiken Wolk und Edmund Heiliger. Foto: privat


Selbst bei Bayern und Niederkirchen gekickt

Dort verfolgte das Trio nicht nur das Bundesliga-Spiel, sondern erlebte eine Rathaus-Führung und einen bunten Abend. Es war zudem in einem Fünf-Sterne-Hotel direkt am idyllischen Maschsee untergebracht. „Das Ganze war Emotion pur für mich“, beschreibt Sabine Forster ihre Empfindungen und ergänzt: „Das Pfeifen ist mein Lebenselixier.“ 2007 ärgerte sie sich, dass bei einem Jugendturnier keine Schiedsrichter zur Verfügung standen. Das nahm sie zum Anlass, sich ausbilden zu lassen und zur Pfeife zu greifen. Schnell wurde klar, dass ihr die Schiedsrichterei liegt. Mittlerweile pfeift sie bei den Männern bis zur Bezirksliga und bei den Frauen bis zur Regionalliga. Vor ihrer Schiedsrichterkarriere kickte sie selbst, spielte bei Bayern München und in Niederkirchen Bundesliga. „Das hilft mir auch als Schiedsrichterin“, sagt sie.


Danke Schiri

Ehrung auf Landesverbandsebene: Verbandsschiedsrichter-Obmann Erhard Blaesy, Edmund Heiliger, DEKRA-Niederlassungsleiter Ludwigshafen Jerry Oberlin, Sabine Forster und SWFV-Präsident Dr. Hans-Dieter Drewitz (von links) bei der Preisverleihung zur Aktion „Danke Schiri“ in Edenkoben.


Beim DFB-Pokalfinale an der Linie

Auch Heiliger hatte in Hannover viel Spaß: „Solch eine Veranstaltung muss man erlebt haben. Es gibt nichts Schöneres. Ich hoffe sehr, dass noch viele andere Schiedsrichter in den Genuss einer solchen Einladung kommen.“ Er ist bereits seit 48 Jahren Schiedsrichter, übernahm in der Zeit auch große Verantwortung. 18 Jahre lang war er stellvertretender Obmann im Kreis Speyer, seit 22 Jahren ist er nun Kreisobmann, mittlerweile im Kreis Rhein-Mittelhaardt. 20 Jahre lang leitete er Spiele in der Verbandsliga, acht Jahre lang in der Oberliga, vier Jahre lang war er Assistent in der Bundesliga. 1985 stand er beim DFB-Pokalfinale in Berlin an der Linie, als Bayer Uerdingen überraschend die Bayern bezwang. Er assistierte damals Werner Föckler, der ihn nun nach Hannover begleitete. „Das war mein größtes Spiel“, erinnert sich Heiliger gerne.

Seiner Hoffnung nach einer Wiederholung wird übrigens entsprochen, der Deutsche Fußball-Bund möchte die Aktion in Zukunft jährlich anbieten und damit den Schiedsrichtern Respekt zollen.


Erschienen im SÜDWEST-Fußball 2/2016

Text: Olaf Paare