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Sportverein kämpft um seine Existenz

Rammelsbach: Nach Sportheim-Brand steht der SVR vor dem Nichts! „Wir haben alles verloren. Wir haben nicht einmal mehr Bälle oder Trikots. Alles weg.“ Thomas Hudak, der Sportvorstand des SV Rammelsbach, und seine Mitstreiter sind nach dem Sportheim-Brand am zweiten Weihnachtsfeiertag ein Häufchen Elend. Sie sind geschockt. Sprachlos.


Der Verein bangt um seine Existenz – obwohl gestern zahlreiche Hilfen für den SVR angelaufen sind. Weil sich die Angelegenheit als schwieriger herausstellt denn gedacht. Wem das Sportheim gehört, scheint unklar. Und ob überhaupt eine Gebäudeversicherung besteht, ist derzeit auch fraglich.

Zwar liegt der Bericht der Brandsachverständigen noch nicht vor. Doch dass Brandstiftung der Grund für das Feuer in der Nacht von Sonntag auf Montag gewesen sein dürfte, gilt inzwischen als (fast) gesichert. Die Polizei hat nicht nur Einbruchsspuren im rückwärtigen Bereich des Gebäudes gefunden. Die Einbrecher müssen auch im Sportheim drinnen gewesen sein, wie Trainer Bastian Gras schlussfolgert. Denn sein nicht einmal sonderlich wertvoller Tombolagewinn von der Weihnachtsfeier am 17. Dezember, den er in einem separaten Raum mit Stahltür abgestellt hatte, der wurde am Tag des Brandes einige hundert Meter entfernt auf der Strecke in den Ort im Straßengraben gefunden. Fakt ist aber auch: Der Verein bangt um seine Existenz, weil alles den Flammen zum Opfer gefallen ist und im Moment keiner so recht weiß, wie der Spielbetrieb weiterlaufen soll. Spielgerät – nicht mehr vorhanden. Flutlicht – keine Chance, weil der Steuerungskasten ein Raub der Flammen wurde. Persönliche Gegenstände, die Spieler in ihren Spinden gelassen hatten – alles vernichtet. Sogar die Spielerpässe sind verbrannt. Der Verein steht vor seinen Trümmern, wortwörtlich: „Je öfter man da hochfährt und es sich anschaut, desto schlimmer wird’s“, sagt Hudak.


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Ideen, wie dem Verein geholfen werden könnte, gibt es bereits. Der Rammelsbacher Bundestagsabgeordnete Xaver Jung hat gestern bereits beim 1. FC Kaiserslautern angefragt, ob die Möglichkeit eines Benefizspiels besteht. Allerdings hatte der FCK gestern durch die überraschende Demission von Cheftrainer Tayfun Korkut andere Probleme. Zudem hat der Verein laut Hudak bei Marc Forster anfragen lassen, ob der für ein Benefizkonzert zur Verfügung stehen würde.

Während dies eher Pläne für ein längerfristiges Bestehen des Vereins sind, will Ortsbürgermeister Thomas Danneck gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen zunächst gewährleisten, dass der Spielbetrieb irgendwie weitergehen kann – immerhin kicken beim SVR zwei aktive und zwei Jugendmannschaften. Die Gemeinde werde die Umkleidekabinen und die Sanitäranlagen in der Schulsporthalle kostenlos zur Verfügung stellen, kündigte Danneck an. Er richtete zudem gestern Nachmittag in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde ein Spendenkonto zugunsten des Vereins ein.

 

Hilfe für die Rammelsbacher kommt aber auch von anderen Seiten. „Bei mir haben sich heute schon mehrere Vereine aus dem Fußballkreis gemeldet, die Unterstützung angeboten haben. Ball- und Trikotspenden beispielsweise. Und sie haben Trainingsmöglichkeiten angeboten.“ Denn da das Flutlicht nach dem Brand nicht mehr funktioniert, wird’s in der dunklen Jahreszeit auch mit dem Training in Rammelsbach schwierig bis unmöglich. Trainer Gras hofft, dass nun in der Winterpause nicht Spieler wegen der schwierigen Situation in Rammelsbach abspringen.

 

Wie es langfristig mit dem Verein weitergehen kann, hängt wesentlich von zwei Fragen ab, die sich gestern nicht beantworten ließen: Wem gehört überhaupt das jetzt zerstörte Sportheim? Und: Besteht eine Versicherung? Zu Frage zwei sagte Danneck der RHEINPFALZ im Beisein mehrerer Vereinsverantwortlicher: Es müsse erst noch geklärt werden, ob Versicherungsschutz bestanden habe. In früheren Jahren hatte es da nach RHEINPFALZ-Informationen Probleme mit der Beitragszahlung durch den finanziell nicht sehr gut gestellten Verein gegeben.

Wer nun eigentlich Eigentümer des Gebäudes ist, war gestern umstritten. Die Kreissparkasse als Hauptgläubiger sei schon seit Jahren Eigentümer, gab Danneck Informationen aus dem Verein weiter. Deren Vorstandsvorsitzender Helmut Käfer war über diese Aussage erstaunt: „Uns gehört das Gebäude nicht; das kann man auch dem Grundbuchauszug entnehmen.“ Für Danneck steht hier nur eines fest: „Der Ortsgemeinde gehört das Sportheim auf keinen Fall.“ Nur ein Teil des Geländes, auf dem es steht.

Er will sich nun zunächst darum kümmern, dass die Reste der Brandruine abgerissen werden. Wer dafür aufkommen wird, ist ebenfalls noch offen. Zu retten sei nur die Bodenplatte, so dass man für die Zukunft zumindest über Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss verfüge. Doch wer angesichts der verbreiteten Geldknappheit ein neues Sportheim bauen könnte, das weiß er auch nicht. Womöglich müsse man sich längerfristig mit einem Container behelfen. Oder das alte Clubhaus direkt daneben müsste irgendwie wieder aufgemöbelt und mit Sanitäranlagen versehen werden.

Hilfen

 

Orts- und Verbandsgemeinde haben gestern ein Spendenkonto „SV Rammelsbach Sportheim“ eingerichtet bei der Kreissparkasse, Iban DE61 5405 1550 0100 5458 47.

Wer dem Verein Sachspenden oder sonstige Hilfen anbieten will, kann sich wenden an Thomas Hudak, Bahnhofstraße 15, Altenglan, 0151 23025533, oder an Fabian Bäcker, Trierer Straße 28, Kusel, 0151 46665501. Mailadresse: sportheim@svr1945.de.


Quelle: Die Rheinpfalz - Westricher Rundschau - Nr. 302, Mittwoch, den 28. Dezember 2016, Von Wolfgang Pfeiffer