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Präsidium beschließt neues Schiedsrichter-Soll

Die spieltechnischen Ausschüsse und das Präsidium haben sich in den letzten Monaten intensiv mit Themen des Schiedsrichterwesens beschäftigt, wichtige Erkenntnisse erlangt und daraus resultierend folgende Maßnahmen beschlossen:


Die Erkenntnis, dass es zu wenige Schiedsrichter gibt, ist sicherlich nicht neu. Überraschend ist allerdings, dass das vom Verband geforderte Soll (1503) in Summe durch alle Vereine mit 1576 überschritten wird.  Trotzdem reicht die Anzahl der Schiedsrichter zur Besetzung der Spiele nicht aus. Die Ursache dafür ist, dass das Schiedsrichtersoll bisher nur auf Grundlage der Spielklassenzugehörigkeit der Aktiven Mannschaften festgesetzt wurde.


Auf Grundlage aller Mannschaftsmeldungen wurde nunmehr die notwendige Schiedsrichterzahl ermittelt. Hierbei stellte sich heraus, dass derzeit ca. 350 Schiedsrichter fehlen, um alle Spiele mit Ausnahme der Fair-Play-Ligen von F- und G-Junioren zu besetzen. In Zukunft wird das Schiedsrichtersoll  deshalb aus zwei Säulen bestehen, zum einen anhand der Spielklasse der ersten Herrenmannschaft und zum anderen auf Grundlage aller gemeldeten Mannschaften eines Vereins. Futsal-, Ü-Mannschaften, E-, F- und G-Jugend werden hierbei nicht berücksichtigt.


Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass es zur Besetzung eines jeden Spiels unerlässlich ist, dass die Schiedsrichter auch eine gewisse Anzahl an Spielen leiten. Es gab nämlich sowohl gemeldete Schiedsrichter, die kein Spiel geleitet haben als auch Schiedsrichter, die bis zu 176 Spiele im Jahr leiteten. So konnte es beim bisherigen System geschehen, dass ein Verein A der zwei Schiedsrichter stellen musste, drei Schiedsrichter stellte und einen Zuschuss bekam. Diese drei Schiedsrichter hatten zusammen 30 Einsätze. Ein Verein B, der ebenfalls zwei Schiedsrichter stellen musste, konnte nur einen Schiedsrichter melden, der aber 50 Spiele leitete. Dieser Verein musste eine Gebühr an den Verband zahlen. Um diese Ungerechtigkeit auszuräumen, werden künftig als weitere Säule schrittweise die Einsatzzahlen der Schiedsrichter Berücksichtigung finden.


Da die Vereine in Summe bisher das Soll nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen haben, sind wir hoffnungsvoll, dass auch das neue Soll in Zukunft erreicht werden kann, um einen geordneten Spielbetrieb zu gewährleisten. Sicherlich gab es auch bisher Vereine welche sich an dem Solidarprinzip überhaupt nicht oder nur gering beteiligt haben. Um allen Vereinen Zeit zur Gewinnung neuer Schiedsrichter und  zur Umsetzung zu geben, werden in der Saison 17/18 und 18/19 zunächst die Anforderungen an das neue Schiedsrichtersoll gesenkt. Dies wird selbst bei gleichbleibenden Schiedsrichterzahlen dazu führen, dass die Einnahmen (ca. minus 30 TE) des Verbandes durch Gebühren aus diesem Bereich auf die Hälfte des bisherigen Betrags sinken werden. Der Verband sieht diese Entlastung jedoch als Investition an, um den Vereinen stärker die Möglichkeit zur Werbung und Förderung seiner Schiedsrichter zu geben. Wir wollen trotz dieser Mindereinnahmen die Ausbildung und Fortbildung weiter verstärken. Die erforderlichen Mittel werden wir aus dem erhöhten Zuschuss des DFB aus dem Adidas-Vertrag einsetzen.


Weitere Themen der spieltechnischen Ausschüsse und des Präsidiums waren die bessere Ausbildung der Schiedsrichter. Insbesondere wurden hierbei die Einführung einer Praxisphase und eine Betreuung während den ersten Einsätzen als Schiedsrichter diskutiert. Derzeit werden in diesem Zusammenanhang deutschlandweit verschiedene Pilotmaßnahmen durchgeführt, um auch hier zielführende Veränderungen in naher Zukunft vornehmen zu können.