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Regionalliga: SWFV-Teams ringen um Klassenerhalt

In der Regionalliga wird gerungen: Um die Reform der Aufstiegsregelung – und seitens der SWFV-Klubs um den Klassenerhalt. Während die rheinhessischen Vertreter aus Mainz und Worms über die Winterpause im unteren Tabellendrittel festhängen, ist der Pfälzer Aufsteiger FK Pirmasens im langfristigen Vergleich sehr positiv gestimmt.

 

„So eine gute Regionalliga-Saison hatten wir bislang noch nicht gespielt“, verdeutlicht FKP-Coach Peter Tretter nach den vielen Jahren Abstiegskampf-Erfahrung. Heuer rangiert „die Klub“ dagegen deutlich über dem Strich, sammelte in der Vorrunde sogar „zwei Punkte mehr“ als Tretter kalkuliert hatte. Der Top-Start mit sieben Punkten aus ungeschlagenen drei Spielen gab ganz offenkundig einen Schub, später zeigte der FKP gerade auch gegen ambitionierte Teams erstaunlich augenhöhehaften Leistungen – etwa in den Heimspielen gegen Homburg oder Offenbach. Auch der 1. FC Kaiserslautern biss sich beim Pirmasenser Jahres-Höhepunkt, dem knappen Achtelfinal-Aus im Bitburger-Verbandspokal vor fast ausverkauftem Husterhöhen-Haus, beinahe die Zähne aus. Ein Plus für Pirmasens war zudem, dass die Mannschaft bei sehr biederen Auftritten trotzdem punktete – wie etwa den Remis in Stuttgart und Worms. Letzteres Spiel wurde überschattet vom tätlichen Angriff eines Wormatia-„Fans“, der auf Ausgleichstorschütze Marco Steil losgehen wollte und Tretter traf – was indes letztlich eher die Wormser als die Pirmasenser aus der Spur brachte. Ist doch der FKP mittlerweile eine sehr gefestigte Truppe, die nach langjährigem Zusammenspiel hervorragend übers Kollektiv (und den Kampf) zu kommen weiß.


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Bisher zufrieden mit dem Verlauf der Saison: FKP-Trainer Peter Tretter. Foto: Herrmann

 

So spielt die Viererkette um Steil seit Jahren zusammen, die Sechs mit David Becker und Salif Cissé agiert felsenfest wie auch Außen Patrick Freyer – der mit Florian Bohnert auf links ungewöhnlicherweise einen (luxemburgischen) Nationalspieler als Pendant bekommen hat. Und dass der FKP trotz der letztjährigen „Domino“-Zwangsabstiegs der Zweiten in die Verbandsliga weiterhin eine gute Reserve besitzt, bewies Dennis Krob, der über den „zweiten Bildungsweg“ zum Top-Stürmer der Ersten avancierte. Dennoch steht vor allem eine Zahl für den FKP-Erfolg durch Kontinuität: Mit 2,5 Jahren durchschnittlicher Team-Zugehörigkeit belegt Pirmasens den dritten Liga-Rang hinter Astoria Walldorf (3,0) und Mit-Aufsteiger TSG Balingen (4,5).

 

Umbruch in Worms

 

Werte, von denen Wormatia Worms derzeit nur träumen kann. Noch nicht mal auf ein Jahr durchschnittlicher Team-Zugehörigkeit kommen die Rheinhessen, die im Sommer einen personellen Schnitt vorgenommen hatten – der (zu) groß ausfiel. „Wir wollten einen Umbruch machen – aber nicht in dem Ausmaß, wie es sich dann entwickelt hat. Wir mussten in drei Wochen einen komplett neuen Kader zusammenstellen“, so Coach Steven Jones zu der hektischen Zeit im Sommer: „Unser Team ist gut gestartet, hat aber die Euphorie aus der Anfangsphase nicht mitnehmen können.“ Denn den zwei (teils glücklichen) Auftaktsiegen folgten einige Wellenbewegungen. Und das bis kurz vor Schluss gewonnen geglaubte Derby gegen den FKP war für Wormatia schließlich Tiefpunkt eines tristen Oktobers, der mit ebenso unglücklichen wie knappen Niederlagen gegen die Spitzenteams aus Steinbach und Mannheim begonnen hatte – und sich dann mit dem Ausfall letztlich eines halben Dutzends an Innenverteidigern und Sechsern fortgesetzt hatte. Insgesamt war die sehr durchwachsene Wormser Vorrunde von wenig Stabilität geprägt. Starke Phasen gab’s immer mal wieder, aber nie über 90 Minuten – und vor allem an den Automatismen muss man intensiv arbeiten. Immerhin: Der Titelverteidiger steht im Südwestpokal-Halbfinale, hofft nach dem DFB-Pokal-Highlight gegen Werder Bremen auf Ähnliches 2019.

Vor allem aber muss der Klassenerhalt erkämpft – und der 1-Punkt-Abzug wettgemacht werden. Den gab’s – neben 6000 Euro Geldstrafe – für die erwähnte „Fan-„Tätlichkeit gegen Tretter. „Mit diesem Schritt, nach einem außerordentlichen Vorgang, akzeptiert der Verein die Bestrafung eines Kollektivs aufgrund des Verhaltens eines einzelnen Dritten“, betonte der Gesamtvorstand. Wormatia hatte sich naturgemäß sofort in aller Form bei dem in Worms sehr geschätzten Tretter entschuldigt und Stadionverbot erteilt. Die Aufarbeitung des Geschehens habe gleichwohl gezeigt, „dass der Verein weder in seinem Umgang mit der Fan-Szene noch in der Umsetzung des zwischen Verein und Polizei seit Jahren abgestimmten Sicherheitskonzeptes fehlerhaft gehandelt hat“. Letzteres wird nun dennoch überarbeitet, die Fan-Tribüne solange geschlossen. Doch auch Positives neben dem Platz gab’s: nämlich eine Silbermedaille bei „Sterne des Sports“ für die gemeinsame Blutkrebs-Hilfe von Verein und Fans.

 

Kurswechsel bei Mainz

 

Trist zeigte sich Herbst auch beim FSV Mainz 05 II, der zwischenzeitlich in der Abstiegszone sogar hinter die Wormatia rutschte. Wie die rheinhessischen Kollegen haben auch die Nullfünfer mit einem Kurswechsel zu kämpfen: Die Mainzer hatten entschieden, noch mehr auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. „Daher war es das erste Jahr, in dem wir so radikal verjüngt haben. Das Tabellenbild ist ein Ausdruck dessen“, sagt U 23-Koordinator Manfred Lorenz und ergänzt: „Bei unseren so genannten Top-Talenten, auf die wir große Hoffnungen gesetzt hatten, klemmt es momentan. Der Sprung von der A-Junioren-Bundesliga ist sehr, sehr groß. Da nützt dir alle Spielintelligenz nichts, wenn du die Zweikämpfe nicht gewinnst.“ Auch André Hechelmann, der als Sportlicher Assistent des Vorstands eng mit Schröder zusammenarbeitet, stellt klar: „Dass es aufgrund der Tatsache, dass sich der Kader nochmals verjüngt hat, eine herausfordernde Saison werden würde, war klar.“ Man sei aber „schon davon ausgegangen, dass wir uns im Mittelfeld etablieren. Wir sind mit der Punktausbeute nicht zufrieden“, verdeutlicht Hechelmann. „Irgendwann hat sich eine Dynamik entwickelt, in der du gar nicht mehr weißt, warum du die Spiele nicht gewinnst. Dann ist es auch für erfahrene Spieler nicht einfach gegenzulenken.“ Man erwarte aber eben auch von den jungen Spielern, mehr Verantwortung zu übernehmen, Mentalität zu zeigen: „Für mich ist das Spiel gegen Stadtallendorf das beste Beispiel: Eine fußballerisch limitierte Mannschaft hat uns mit Schneid, Willen, Biss und Mentalität das Spiel abgenommen“, so Lorenz. Wobei das mit der Verantwortung bei manchen auch durchaus funktioniere, ganz im Sinne der U23-Ausbildungsphilosophie: Lorenz und Hechelmann nennen beispielhaft die Nationalmannschaftsnominierungen von Finn Dahmen und Ahmet Gürleyen. Neben der Führungsfrage („Wir brauchen einen Mentalitätsspieler, der die junge Mannschaft konstruktiv führt“) sieht Lorenz die 05-Probleme vor allem in einem Bereich: „Wir haben mit die wenigsten Tore geschossen.“ Auch deshalb „werden wir uns Gedanken machen, ob wir auf dem Transfermarkt noch etwas machen, wenn sich was ergibt – aber dann auch perspektivisch auf die neue Saison, kein Schnellschuss für ein halbes Jahr“, so Hechelmann. Eigentlich aber glaube man, dass der Kader für die Regionalliga gut genug ist, trotzdem müssen sich die Nullfünfer sicherheitshalber auch mit der Oberliga beschäftigen. Welchen Sinn diese für U23 haben könne? „Wieder aufzusteigen“, so Hechelmann trocken.

 

Apropos Aufstieg: Jener in die 3.Liga und die damit verbundene Struktur der fünf (oder vielleicht) nur noch vier Regionalliga war im Spätsommer und Herbst Thema einer viel diskutierten Arbeitsgruppe. Endgültig entscheiden wird der DFB-Bundestag 2019 – aber viele Zeichen deuten dahin, dass die Regionalliga Südwest in ihrer Struktur erhalten bleibt – und endlich dauerhaft einen festen Aufsteiger erhält.

 

Text: Christian Schreider

 

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