News

x

Kreishomepage im neuen Design

08.07.2019Sonstiges

In einem neuen, modernen Design präsentiert sich seit Donnerstagnachmittag der Internetauftritt des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV). Mit der Umstellung wurden auch die Homepages der einzelnen Fußballkreise neu gestaltet. Ziel war es, alle Informationen - egal ob aus einem einzelnen Kreis oder zum gesamten Verbandsgebiet - auf einer Seite zu bündeln. Die Fußballkreise haben nun die Möglichkeit, kompakte Informationen auf ihrer Unterseite zu präsentieren.
An dieser Stelle wird es daher ab sofort Nachrichten vom Spielbetrieb, den Schiedsrichtern oder zur Lehrgängen und Schulungen geben. Über die Navigation am oberen Ende der Seite gelangt man zudem mit einem Klick auf die überregionalen Inhalte, die den SWFV betreffen.

08. Juli 2019
Sonstiges
x

Kreishomepage im neuen Design

08.07.2019Sonstiges

In einem neuen, modernen Design präsentiert sich seit Donnerstagnachmittag der Internetauftritt des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV). Mit der Umstellung wurden auch die Homepages der einzelnen Fußballkreise neu gestaltet. Ziel war es, alle Informationen - egal ob aus einem einzelnen Kreis oder zum gesamten Verbandsgebiet - auf einer Seite zu bündeln. Die Fußballkreise haben nun die Möglichkeit, kompakte Informationen auf ihrer Unterseite zu präsentieren.
An dieser Stelle wird es daher ab sofort Nachrichten vom Spielbetrieb, den Schiedsrichtern oder zur Lehrgängen und Schulungen geben. Über die Navigation am oberen Ende der Seite gelangt man zudem mit einem Klick auf die überregionalen Inhalte, die den SWFV betreffen.

In einem neuen, modernen Design präsentiert sich seit Donnerstagnachmittag der Internetauftritt des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV). Mit der…
x

Kreishomepage im neuen Design

08. Juli 2019Sonstiges

In einem neuen, modernen Design präsentiert sich seit Donnerstagnachmittag der Internetauftritt des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV). Mit der Umstellung wurden auch die Homepages der einzelnen Fußballkreise neu gestaltet. Ziel war es, alle Informationen - egal ob aus einem einzelnen Kreis oder zum gesamten Verbandsgebiet - auf einer Seite zu bündeln. Die Fußballkreise haben nun die Möglichkeit, kompakte Informationen auf ihrer Unterseite zu präsentieren.
An dieser Stelle wird es daher ab sofort Nachrichten vom Spielbetrieb, den Schiedsrichtern oder zur Lehrgängen und Schulungen geben. Über die Navigation am oberen Ende der Seite gelangt man zudem mit einem Klick auf die überregionalen Inhalte, die den SWFV betreffen.

SWFV Meldungen

x

Projekt: „Anstoß für ein neues Leben“

Gesellschaftliche Verantwortung
Markus Merk, JVA

Hinter Gittern passiert viel, das in Freiheit lebenden Menschen verborgen bleibt. Dass in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal gerade wieder zehn Häftlinge zu Schiedsrichtern ausgebildet wurden, wissen auch nur wenige. Am Dienstag wurden den Absolventen ihre Zertifikate überreicht. Auch der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Markus Merk war dabei.

Sie haben einen Stuhlkreis gebildet: zehn Gefängnisinsassen, eine Beamtin und der ehemalige Fifa-Schiri Markus Merk. „Ihr habt jetzt die Möglichkeit, Fragen zu stellen“, sagt Roland Schäfer, Schiedsrichterobmann des Fußballkreises Rhein-Pfalz, in die Runde. Die Gefangenen zögern, werfen sich Blicke zu. Deswegen ergreift Markus Merk selbst die Initiative und fängt an, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Über seine Kindheit, den 1. FC Kaiserslautern und das erste Spiel als Schiedsrichter vor großer Kulisse. Die Häftlinge hören aufmerksam zu. Die Zuschauer, unter ihnen einige Fußballfunktionäre, ebenfalls.

Möglichkeiten für Noch-Insassen

Die Schiedsrichterausbildung für die Gefängnisinsassen hat im November begonnen, erklärt Roland Schäfer im RHEINPFALZ-Gespräch. „In der Regel besteht das Ganze aus sechs bis acht Doppelstunden.“ Geprüft wurden die Teilnehmer Anfang Februar. Alle haben bestanden.

Möglich gemacht hat die Ausbildung das Projekt „Anstoß für ein neues Leben“ der Sepp-Herberger-Stiftung. „Die sprichwörtliche Fußballfamilie in Deutschland ist riesengroß“, weiß Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Stiftung. „Irgendwo ist da bestimmt ein Platz für euch“, motiviert er die Strafgefangenen. Wer in absehbarer Zeit noch nicht wieder in die Freiheit entlassen wird, hat in der Haftzeit zwei Möglichkeiten, ein Spiel zu pfeifen, erklärt Roland Schäfer: „Entweder der Betroffene kommt in den offenen Vollzug oder es tritt die Lockerung ein. Wenn dann jemand ein Spiel leiten möchte, kommt er auf mich zu und ich suche eine Partie aus.“ Es könne natürlich nicht jeder diese Ausbildung machen, merkt er an. Die Vollzugsanstalt müsse das genehmigen. Mit der Geschichte über einen Mann, der inzwischen wieder auf freiem Fuß ist und schon über 300 Spiele geleitet hat, möchte Schäfer den Häftlingen zusätzlichen Antrieb geben.

Ein Häftling mit viel Fachwissen

„Für uns war es ungewohnt, sich so auf etwas zu konzentrieren“, sagen zwei der frisch ausgebildeten Schiedsrichter. „Das war gut für den Kopf und eine Abwechslung zum Haftalltag.“ In der Gesprächsrunde mit Markus Merk tut sich besonders einer der Insassen hervor und brilliert mit seinem Fachwissen. Merk muss sich nicht nur zu der Situation um den 1. FCK äußern, sondern auch zu eigenen Schiedsrichterentscheidungen, etwa zu jenem indirekten Freistoß in der Fußball-Bundesliga im Jahr 2001, der den FC Bayern München in letzter Minute zum Deutschen Meister machte, obwohl Schalke 04 bereits am Feiern war. „Mit der Entscheidung konnte ich damals am besten leben“, antwortet Merk, der vor den Häftlingen immer wieder betont, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen.

Schon zum fünften Mal wurden im Gebiet der Schiedsrichtervereinigung Rhein-Pfalz Strafgefangene zu Referees ausgebildet. Die Zusammenarbeit mit Vereinen könne den Menschen später auch bei der Suche nach einer Wohnung oder einer Arbeitsstelle helfen, ist sich Jürgen Veth, Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußballverbands, sicher. Gundi Bäßler, Leiterin der Haftanstalt, zeigt der Gruppe den Perspektivwechsel auf: „Ihr seid hier, weil ihr Regeln gebrochen habt, nun seid ihr dafür verantwortlich, dass Regeln eingehalten werden.“

Quelle: Von Philipp Jung

AusgabeDie Rheinpfalz Frankenthaler Zeitung - Nr. 37
DatumDonnerstag, den 13. Februar 2020
Gesellschaftliche Verantwortung
Projekt: „Anstoß für ein neues Leben“
Hinter Gittern passiert viel, das in Freiheit lebenden Menschen verborgen bleibt. Dass in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal gerade wieder zehn Häftlinge zu Schiedsrichtern ausgebildet wurden, wissen auch nur wenige. Am Dienstag wurden den Absolventen ihre Zertifikate überreicht. Auch der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Markus Merk war dabei ...
x

Projekt: „Anstoß für ein neues Leben“

Gesellschaftliche Verantwortung
Markus Merk, JVA

Hinter Gittern passiert viel, das in Freiheit lebenden Menschen verborgen bleibt. Dass in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal gerade wieder zehn Häftlinge zu Schiedsrichtern ausgebildet wurden, wissen auch nur wenige. Am Dienstag wurden den Absolventen ihre Zertifikate überreicht. Auch der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Markus Merk war dabei.

Sie haben einen Stuhlkreis gebildet: zehn Gefängnisinsassen, eine Beamtin und der ehemalige Fifa-Schiri Markus Merk. „Ihr habt jetzt die Möglichkeit, Fragen zu stellen“, sagt Roland Schäfer, Schiedsrichterobmann des Fußballkreises Rhein-Pfalz, in die Runde. Die Gefangenen zögern, werfen sich Blicke zu. Deswegen ergreift Markus Merk selbst die Initiative und fängt an, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Über seine Kindheit, den 1. FC Kaiserslautern und das erste Spiel als Schiedsrichter vor großer Kulisse. Die Häftlinge hören aufmerksam zu. Die Zuschauer, unter ihnen einige Fußballfunktionäre, ebenfalls.

Möglichkeiten für Noch-Insassen

Die Schiedsrichterausbildung für die Gefängnisinsassen hat im November begonnen, erklärt Roland Schäfer im RHEINPFALZ-Gespräch. „In der Regel besteht das Ganze aus sechs bis acht Doppelstunden.“ Geprüft wurden die Teilnehmer Anfang Februar. Alle haben bestanden.

Möglich gemacht hat die Ausbildung das Projekt „Anstoß für ein neues Leben“ der Sepp-Herberger-Stiftung. „Die sprichwörtliche Fußballfamilie in Deutschland ist riesengroß“, weiß Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Stiftung. „Irgendwo ist da bestimmt ein Platz für euch“, motiviert er die Strafgefangenen. Wer in absehbarer Zeit noch nicht wieder in die Freiheit entlassen wird, hat in der Haftzeit zwei Möglichkeiten, ein Spiel zu pfeifen, erklärt Roland Schäfer: „Entweder der Betroffene kommt in den offenen Vollzug oder es tritt die Lockerung ein. Wenn dann jemand ein Spiel leiten möchte, kommt er auf mich zu und ich suche eine Partie aus.“ Es könne natürlich nicht jeder diese Ausbildung machen, merkt er an. Die Vollzugsanstalt müsse das genehmigen. Mit der Geschichte über einen Mann, der inzwischen wieder auf freiem Fuß ist und schon über 300 Spiele geleitet hat, möchte Schäfer den Häftlingen zusätzlichen Antrieb geben.

Ein Häftling mit viel Fachwissen

„Für uns war es ungewohnt, sich so auf etwas zu konzentrieren“, sagen zwei der frisch ausgebildeten Schiedsrichter. „Das war gut für den Kopf und eine Abwechslung zum Haftalltag.“ In der Gesprächsrunde mit Markus Merk tut sich besonders einer der Insassen hervor und brilliert mit seinem Fachwissen. Merk muss sich nicht nur zu der Situation um den 1. FCK äußern, sondern auch zu eigenen Schiedsrichterentscheidungen, etwa zu jenem indirekten Freistoß in der Fußball-Bundesliga im Jahr 2001, der den FC Bayern München in letzter Minute zum Deutschen Meister machte, obwohl Schalke 04 bereits am Feiern war. „Mit der Entscheidung konnte ich damals am besten leben“, antwortet Merk, der vor den Häftlingen immer wieder betont, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen.

Schon zum fünften Mal wurden im Gebiet der Schiedsrichtervereinigung Rhein-Pfalz Strafgefangene zu Referees ausgebildet. Die Zusammenarbeit mit Vereinen könne den Menschen später auch bei der Suche nach einer Wohnung oder einer Arbeitsstelle helfen, ist sich Jürgen Veth, Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußballverbands, sicher. Gundi Bäßler, Leiterin der Haftanstalt, zeigt der Gruppe den Perspektivwechsel auf: „Ihr seid hier, weil ihr Regeln gebrochen habt, nun seid ihr dafür verantwortlich, dass Regeln eingehalten werden.“

Quelle: Von Philipp Jung

AusgabeDie Rheinpfalz Frankenthaler Zeitung - Nr. 37
DatumDonnerstag, den 13. Februar 2020
x

Gudrun Rebholz mit 60 noch am Ball

Spielbetrieb
Gudrun Rebholz

Gudrun Rebholz spielt für ihr Leben gerne Fußball. Klingt zunächst einmal nicht spektakulär. Doch wenn man bedenkt, dass sie das schon fast 50 Jahre lang macht und mit mittlerweile 60 immer noch dem Ball hinterherjagt, dann ist das schon etwas Besonderes. „Das Fußballspielen hat mich schon als Kind fasziniert. Anfangs habe ich mit meinem Bruder auf der Straße gekickt“, erzählt Rebholz, die im Ludwigshafener Stadtteil Gartenstadt aufgewachsen ist.

Als 1970 der Deutsche Fußball-Bund den vorher verbotenen Frauenfußball legalisierte, wollte die damals elfjährige Gudrun wie ihre Schwester beim Ludwigshafener SC spielen. Doch in diesem Alter war dies noch nicht gestattet. „Mein Vater hat mir damals fast etwas spöttisch gesagt, dass ich in die USA gehen muss, wenn ich Fußball spielen will“, erinnert sich die heute 60-Jährige. Sie träumte damals von den USA, bleib aber hartnäckig. „Ich habe genervt“, sagt Rebholz und lacht. Und zwar so lange genervt, bis sie beim LSC trainieren durfte und mit 14 in der Mannschaft mitspielen konnte. Die folgende Geschichte ist symptomatisch für Gudrun Rebholz: „Ich hatte Windpocken und sollte auf ärztlichen Rat hin nicht trainieren. Da ist bei mir eine Welt zusammengebrochen“, blickt sie zurück. Fast überflüssig zu erwähnen, dass sie sich aus dem Haus geschlichen und doch trainiert hat.

Der Frauenfußball steckte zu diesen Zeiten noch in den Kinderschuhen. Weil die junge Gudrun aber beim LSC herausragte und der TuS Niederkirchen fragte, ob sie nicht wechseln wolle, folgte 1977 der Transfer nach Niederkirchen. „Mein Vater hatte seine Zustimmung gegeben“, erklärt die Sportlerin. Beim TuS fühlte sich die Südwestauswahlspielerin wohl und identifizierte sich mit dem Klub. Der spielte in dieser Zeit auf Südwest-Ebene, mit Gudrun Rebholz auf der Position des Liberos. „Ich bin bis heute Fan von Bayern München und deshalb war Franz Beckenbauer mein Vorbild. Wir spielten ja dieselbe Position“, erläutert Rebholz.

Mit Niederkirchen in der Bundesliga

Zur Saison 1990/91 wurde die zweigeisige Frauen-Bundesliga eingeführt. Ein Meilenstein im Frauenfußball. Doch Gudrun Rebholz hatte im Mai 1990 ihren zweiten Sohn zur Welt gebracht. Dem achtjährigen André folgte Nesthäkchen Kevin. Das (zumindest vorläufige) Ende der Fußballer-Laufbahn? Nein, natürlich nicht. Die Bundesliga lockte. „In der Vorbereitung war ich wieder dabei. Da war Kevin gerade einmal sechs Wochen alt“, berichtet Rebholz. Allein dies kennzeichnet das Wesen der fußballverrückten Frau. „Ich bin äußerst ehrgeizig, manchmal sogar verbissen. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es zu 100 Prozent“, verdeutlicht Rebholz, die im Gründungsjahr der Bundesliga für Niederkirchen am Ball war. Ausgebremst hat die zweifache Mutter erst ein Knöchelbruch, den sie sich bei einem Spiel in Saarbrücken zuzog. Erst diese schwere Verletzung, der hohe Trainingsaufwand, der Beruf und zwei kleine Kinder ließen sie kürzertreten.

Doch kürzertreten heißt nicht aufhören, schon gar nicht bei Gudrun Rebholz. Sie spielte in der zweiten Garnitur, half hin und wieder in der „Ersten“ aus und wurde Mitglieder der Ü35. In dieser Mannschaft spielt sie auch heute noch, mit 60. Der Verein heißt seit 2008 1.FFC 08 Niederkirchen. An ihrer Verbundenheit hat das nichts geändert. „Einmal in der Woche kicken wir, auch in der Halle. Nicht mehr leistungsmäßig, sondern weil es uns Freude macht“, sagt die Abwehrspielerin. Im Vordergrund stehen andere Dinge: Die Geselligkeit, Geburtstage feiern, Ausflüge machen, ein Stammtisch in Oggersheim. Sportlich muss sich das Team aber nicht verstecken: 2017 qualifizierte sich die Ü35 des FFC für die Deutschen Meisterschaften der Seniorinnen in Berlin.

In all den Jahren war die Organisation ein Eckpfeiler des Familienlebens. Denn Ehemann Robert, mit dem sie heute in Oggersheim lebt, spielte ebenfalls Fußball und später kamen die Söhne dazu, die sich für Handball (André) und Fußball (Kevin) entschieden. „Robert und ich haben uns die Organisation und am Wochenende den Haushalt geteilt. Das hat gut geklappt, auch wenn Freundschaften auf der Strecke blieben, weil wir keine Zeit hatten“, erinnert sich Gudrun Rebholz, die seit elf Jahren als Verwaltungsangestellte bei Caritas in Ludwigshafen arbeitet.

Ein Traineramt war keine Option

An ihrer Rastlosigkeit hat sich nichts geändert. Vier- bis fünfmal pro Woche geht sie ins Fitness-Studio. „Ich muss immer etwas machen. Dadurch bin ich relativ fit“, betont Rebholz. Und wenn sie im Spiel auf deutlich Jüngere trifft, dann ist das eher Ansporn als Qual. „Schnelligkeit und Spitzigkeit haben nachgelassen, aber ich war nie langsam und kann immer noch gut mithalten“, erklärt die Verteidigerin. Ein Traineramt zu übernehmen, sei keine Option gewesen. „Die Einstellung zum Fußball ist schlechter geworden, und ich kann kein Auge zudrücken“, sagt sie. Vor Jahren habe sie darüber nachgedacht, mit 60 aufzuhören. „Jetzt bin ich 60 und habe noch großen Spaß. Deshalb spiele ich weiter.“ Und so wird Gudrun Rebholz nach wie vor wenig Zeit haben für andere Hobbys. So bleibt es wohl beim Backen. Kuchen etwa oder Weihnachtsgebäck. „In diesem Jahr habe ich wieder 24 verschiedene Sorten gebacken“, sagt sie lachend. Wie schon gesagt: Wenn sie etwas macht, dann zu 100 Prozent.

Foto: Voller Einsatz: Wenn Gudrun Rebholz etwas macht, dann zu 100 Prozent.

Text: Thomas Leimert

Spielbetrieb
Gudrun Rebholz mit 60 noch am Ball
Gudrun Rebholz spielt für ihr Leben gerne Fußball. Klingt zunächst einmal nicht spektakulär. Doch wenn man bedenkt, dass sie das schon fast 50 Jahre lang macht und mit mittlerweile 60 immer noch dem Ball hinterherjagt, dann ist das schon etwas Besonderes. „Das Fußballspielen hat mich schon als Kind fasziniert. Anfangs habe ich mit meinem Bruder auf ...
x

Gudrun Rebholz mit 60 noch am Ball

Spielbetrieb
Gudrun Rebholz

Gudrun Rebholz spielt für ihr Leben gerne Fußball. Klingt zunächst einmal nicht spektakulär. Doch wenn man bedenkt, dass sie das schon fast 50 Jahre lang macht und mit mittlerweile 60 immer noch dem Ball hinterherjagt, dann ist das schon etwas Besonderes. „Das Fußballspielen hat mich schon als Kind fasziniert. Anfangs habe ich mit meinem Bruder auf der Straße gekickt“, erzählt Rebholz, die im Ludwigshafener Stadtteil Gartenstadt aufgewachsen ist.

Als 1970 der Deutsche Fußball-Bund den vorher verbotenen Frauenfußball legalisierte, wollte die damals elfjährige Gudrun wie ihre Schwester beim Ludwigshafener SC spielen. Doch in diesem Alter war dies noch nicht gestattet. „Mein Vater hat mir damals fast etwas spöttisch gesagt, dass ich in die USA gehen muss, wenn ich Fußball spielen will“, erinnert sich die heute 60-Jährige. Sie träumte damals von den USA, bleib aber hartnäckig. „Ich habe genervt“, sagt Rebholz und lacht. Und zwar so lange genervt, bis sie beim LSC trainieren durfte und mit 14 in der Mannschaft mitspielen konnte. Die folgende Geschichte ist symptomatisch für Gudrun Rebholz: „Ich hatte Windpocken und sollte auf ärztlichen Rat hin nicht trainieren. Da ist bei mir eine Welt zusammengebrochen“, blickt sie zurück. Fast überflüssig zu erwähnen, dass sie sich aus dem Haus geschlichen und doch trainiert hat.

Der Frauenfußball steckte zu diesen Zeiten noch in den Kinderschuhen. Weil die junge Gudrun aber beim LSC herausragte und der TuS Niederkirchen fragte, ob sie nicht wechseln wolle, folgte 1977 der Transfer nach Niederkirchen. „Mein Vater hatte seine Zustimmung gegeben“, erklärt die Sportlerin. Beim TuS fühlte sich die Südwestauswahlspielerin wohl und identifizierte sich mit dem Klub. Der spielte in dieser Zeit auf Südwest-Ebene, mit Gudrun Rebholz auf der Position des Liberos. „Ich bin bis heute Fan von Bayern München und deshalb war Franz Beckenbauer mein Vorbild. Wir spielten ja dieselbe Position“, erläutert Rebholz.

Mit Niederkirchen in der Bundesliga

Zur Saison 1990/91 wurde die zweigeisige Frauen-Bundesliga eingeführt. Ein Meilenstein im Frauenfußball. Doch Gudrun Rebholz hatte im Mai 1990 ihren zweiten Sohn zur Welt gebracht. Dem achtjährigen André folgte Nesthäkchen Kevin. Das (zumindest vorläufige) Ende der Fußballer-Laufbahn? Nein, natürlich nicht. Die Bundesliga lockte. „In der Vorbereitung war ich wieder dabei. Da war Kevin gerade einmal sechs Wochen alt“, berichtet Rebholz. Allein dies kennzeichnet das Wesen der fußballverrückten Frau. „Ich bin äußerst ehrgeizig, manchmal sogar verbissen. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es zu 100 Prozent“, verdeutlicht Rebholz, die im Gründungsjahr der Bundesliga für Niederkirchen am Ball war. Ausgebremst hat die zweifache Mutter erst ein Knöchelbruch, den sie sich bei einem Spiel in Saarbrücken zuzog. Erst diese schwere Verletzung, der hohe Trainingsaufwand, der Beruf und zwei kleine Kinder ließen sie kürzertreten.

Doch kürzertreten heißt nicht aufhören, schon gar nicht bei Gudrun Rebholz. Sie spielte in der zweiten Garnitur, half hin und wieder in der „Ersten“ aus und wurde Mitglieder der Ü35. In dieser Mannschaft spielt sie auch heute noch, mit 60. Der Verein heißt seit 2008 1.FFC 08 Niederkirchen. An ihrer Verbundenheit hat das nichts geändert. „Einmal in der Woche kicken wir, auch in der Halle. Nicht mehr leistungsmäßig, sondern weil es uns Freude macht“, sagt die Abwehrspielerin. Im Vordergrund stehen andere Dinge: Die Geselligkeit, Geburtstage feiern, Ausflüge machen, ein Stammtisch in Oggersheim. Sportlich muss sich das Team aber nicht verstecken: 2017 qualifizierte sich die Ü35 des FFC für die Deutschen Meisterschaften der Seniorinnen in Berlin.

In all den Jahren war die Organisation ein Eckpfeiler des Familienlebens. Denn Ehemann Robert, mit dem sie heute in Oggersheim lebt, spielte ebenfalls Fußball und später kamen die Söhne dazu, die sich für Handball (André) und Fußball (Kevin) entschieden. „Robert und ich haben uns die Organisation und am Wochenende den Haushalt geteilt. Das hat gut geklappt, auch wenn Freundschaften auf der Strecke blieben, weil wir keine Zeit hatten“, erinnert sich Gudrun Rebholz, die seit elf Jahren als Verwaltungsangestellte bei Caritas in Ludwigshafen arbeitet.

Ein Traineramt war keine Option

An ihrer Rastlosigkeit hat sich nichts geändert. Vier- bis fünfmal pro Woche geht sie ins Fitness-Studio. „Ich muss immer etwas machen. Dadurch bin ich relativ fit“, betont Rebholz. Und wenn sie im Spiel auf deutlich Jüngere trifft, dann ist das eher Ansporn als Qual. „Schnelligkeit und Spitzigkeit haben nachgelassen, aber ich war nie langsam und kann immer noch gut mithalten“, erklärt die Verteidigerin. Ein Traineramt zu übernehmen, sei keine Option gewesen. „Die Einstellung zum Fußball ist schlechter geworden, und ich kann kein Auge zudrücken“, sagt sie. Vor Jahren habe sie darüber nachgedacht, mit 60 aufzuhören. „Jetzt bin ich 60 und habe noch großen Spaß. Deshalb spiele ich weiter.“ Und so wird Gudrun Rebholz nach wie vor wenig Zeit haben für andere Hobbys. So bleibt es wohl beim Backen. Kuchen etwa oder Weihnachtsgebäck. „In diesem Jahr habe ich wieder 24 verschiedene Sorten gebacken“, sagt sie lachend. Wie schon gesagt: Wenn sie etwas macht, dann zu 100 Prozent.

Foto: Voller Einsatz: Wenn Gudrun Rebholz etwas macht, dann zu 100 Prozent.

Text: Thomas Leimert

x

Die Brücke zurück: Markus Merk besucht die JVA Ludwigshafen

Gesellschaftliche Verantwortung
Markus Merk, JVA

Sepp Herberger, der legendäre Fußball-Bundestrainer, hat in seinem Testament verfügt, dass sich seine Stiftung für die Resozialisierung Strafgefangener engagiert. Am Mittwoch besuchte Ex-FIFA-Referee Markus Merk die JVA Ludwigshafen. Horst Konzok, Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", war mit dabei.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Ludwigshafen ist eine Einrichtung für die sozialtherapeutische Behandlung von Straftätern. Als Botschafter der DFB-Stiftung Sepp Herberger waren der dreimalige Weltschiedsrichter Merk, Tobias Wrzesinski, der Geschäftsführer der Stiftung, Jürgen Veth, der 1. Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV), und Timm Ritterböck, der beim SWFV den Bereich "Gesellschaftliche Verantwortung" betreut, zu Gast in der JVA. Dort spielt der Sport, dort spielt der Fußball, auf dem Weg zurück in die Gesellschaft, auf dem Weg zurück in das normale Leben, eine Hauptrolle.

Verwaltungschef Werner Volk und Sozialarbeiter Rainer Herbold, die Stellvertreter des erkrankten JVA-Chefs, stellten das Haus vor. 66 Plätze sind vorhanden, neun davon sind für Inhaftierte im freien Vollzug vorgesehen. Derzeit sind rund 95 Prozent der Strafgefangenen in Arbeit, die zuvor in anderen Gefängnissen einsaßen und dann zur therapeutischen Behandlung nach Ludwigshafen kamen.

"Ohne die Familie schafft man das nicht"

"Für mich ist das hier ein Glücksfall", sagt Joachim (44), Handballer aus der Südpfalz, dankbar. Er war vorher in Wittlich inhaftiert, verurteilt wegen einer Beziehungstat. "Im Dorf kennt man meine Geschichte - ich war psychisch krank. Meine Frau auch." Eine Familien-Tragödie, fünf Kinder. "Ihr geht es wieder besser, habe ich erfahren", sagt der Betriebswirt, der über das Jugendamt Kontakt zu den Kindern sucht. Drei Jahre ist er nun schon im Gefängnis in der Wittelsbachstraße 10, spürt den Rückhalt der Mutter, der Schwester. Drei Besuchsstunden gibt's in der Woche, die Mutter kommt immer. "Ohne die Familie schafft man das nicht", sagt Joachim. "Ich habe eine günstige Prognose und kann vielleicht nächstes Jahr raus - zwei Jahre auf Bewährung. Ich weiß, dass ich dafür noch viel tun muss, dass es nie wieder passiert", sagt er - und freut sich auf einige Stunden an Weihnachten daheim.

Sport spielt für ihn eine große Rolle. Die neue Sport-Konzeption stellten Antonio Sperduto und Michael Stork vor, die "auf Augenhöhe" mit den Häftlingen auch Sport treiben. "Im Sport ist die Nähe größer als die Distanz", betont Stork. Das Programm ist künftig über sieben Stunden am Tag ausgelegt. Es wird viel geboten: die Ballsportarten, Breiten- und Seniorensport, Fitnesstraining.

Markus Merk, beeindruckt von Konzept und Angebot, überbrachte im Dienst der Stiftung zehn adidas-Bälle und einen Trikotsatz. Jürgen Veth erklärte die Bereitschaft des Verbandes - wie in der JVA Frankenthal - Schiris auszubilden. Merks Besuch und seine freundlichen Worte kamen gut an. Zumal Joachim ein weiteres Ziel hat - er will sich in der neuen Gefängniszeitung engagieren. Er liest viel - vor allem den Sportteil. Rheinpfalz-Fotograf Bernhard Kunz ist auch für den Handballer ein Begriff: "Sie haben doch dieses Bild von Usain Bolt gemacht." Sport verbindet. Sport baut Brücken.

Quelle: Die Rheinpfalz / dfb.de / Foto Kunz

Gesellschaftliche Verantwortung
Die Brücke zurück: Markus Merk besucht die JVA Ludwigshafen
Sepp Herberger, der legendäre Fußball-Bundestrainer, hat in seinem Testament verfügt, dass sich seine Stiftung für die Resozialisierung Strafgefangener engagiert. Am Mittwoch besuchte Ex-FIFA-Referee Markus Merk die JVA Ludwigshafen. Horst Konzok, Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", war mit dabei. Die Justizvollzugsanstalt (JVA) ...
x

Die Brücke zurück: Markus Merk besucht die JVA Ludwigshafen

Gesellschaftliche Verantwortung
Markus Merk, JVA

Sepp Herberger, der legendäre Fußball-Bundestrainer, hat in seinem Testament verfügt, dass sich seine Stiftung für die Resozialisierung Strafgefangener engagiert. Am Mittwoch besuchte Ex-FIFA-Referee Markus Merk die JVA Ludwigshafen. Horst Konzok, Sportchef der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", war mit dabei.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Ludwigshafen ist eine Einrichtung für die sozialtherapeutische Behandlung von Straftätern. Als Botschafter der DFB-Stiftung Sepp Herberger waren der dreimalige Weltschiedsrichter Merk, Tobias Wrzesinski, der Geschäftsführer der Stiftung, Jürgen Veth, der 1. Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV), und Timm Ritterböck, der beim SWFV den Bereich "Gesellschaftliche Verantwortung" betreut, zu Gast in der JVA. Dort spielt der Sport, dort spielt der Fußball, auf dem Weg zurück in die Gesellschaft, auf dem Weg zurück in das normale Leben, eine Hauptrolle.

Verwaltungschef Werner Volk und Sozialarbeiter Rainer Herbold, die Stellvertreter des erkrankten JVA-Chefs, stellten das Haus vor. 66 Plätze sind vorhanden, neun davon sind für Inhaftierte im freien Vollzug vorgesehen. Derzeit sind rund 95 Prozent der Strafgefangenen in Arbeit, die zuvor in anderen Gefängnissen einsaßen und dann zur therapeutischen Behandlung nach Ludwigshafen kamen.

"Ohne die Familie schafft man das nicht"

"Für mich ist das hier ein Glücksfall", sagt Joachim (44), Handballer aus der Südpfalz, dankbar. Er war vorher in Wittlich inhaftiert, verurteilt wegen einer Beziehungstat. "Im Dorf kennt man meine Geschichte - ich war psychisch krank. Meine Frau auch." Eine Familien-Tragödie, fünf Kinder. "Ihr geht es wieder besser, habe ich erfahren", sagt der Betriebswirt, der über das Jugendamt Kontakt zu den Kindern sucht. Drei Jahre ist er nun schon im Gefängnis in der Wittelsbachstraße 10, spürt den Rückhalt der Mutter, der Schwester. Drei Besuchsstunden gibt's in der Woche, die Mutter kommt immer. "Ohne die Familie schafft man das nicht", sagt Joachim. "Ich habe eine günstige Prognose und kann vielleicht nächstes Jahr raus - zwei Jahre auf Bewährung. Ich weiß, dass ich dafür noch viel tun muss, dass es nie wieder passiert", sagt er - und freut sich auf einige Stunden an Weihnachten daheim.

Sport spielt für ihn eine große Rolle. Die neue Sport-Konzeption stellten Antonio Sperduto und Michael Stork vor, die "auf Augenhöhe" mit den Häftlingen auch Sport treiben. "Im Sport ist die Nähe größer als die Distanz", betont Stork. Das Programm ist künftig über sieben Stunden am Tag ausgelegt. Es wird viel geboten: die Ballsportarten, Breiten- und Seniorensport, Fitnesstraining.

Markus Merk, beeindruckt von Konzept und Angebot, überbrachte im Dienst der Stiftung zehn adidas-Bälle und einen Trikotsatz. Jürgen Veth erklärte die Bereitschaft des Verbandes - wie in der JVA Frankenthal - Schiris auszubilden. Merks Besuch und seine freundlichen Worte kamen gut an. Zumal Joachim ein weiteres Ziel hat - er will sich in der neuen Gefängniszeitung engagieren. Er liest viel - vor allem den Sportteil. Rheinpfalz-Fotograf Bernhard Kunz ist auch für den Handballer ein Begriff: "Sie haben doch dieses Bild von Usain Bolt gemacht." Sport verbindet. Sport baut Brücken.

Quelle: Die Rheinpfalz / dfb.de / Foto Kunz

Sponsoren